Sonntag, 3. Juni 2012

Meerjungfrau

Das Wasser lässt sie nicht los,
ihre Hoffnung schwindet schnell.
Sie verzweifelt am Getos'
und dort unten wird es niemals hell.

Ihre Tränen kann keiner seh'n,
lösen sich im salz'gen Nass.
Niemand kann sie versteh'n,
darauf ist sicher Verlass.

Gefangen in der dunklen Unterwasserwelt,
die doch allmählich zerfällt.
Eine Ruine mit Leben gefüllt
und in Düsternis gehüllt.

Das schönste Mädchen weiß keinen Weg,
kann ihn nicht erkenn'.
Aber schwimmt sie doch von dann',
wird ihr altes Leben verkenn'...

Wer dort strandet beim Morgentau,
dass ist die reizende Meerjungfrau.
Sie trägt das Leben in ihrer Brust,
bedeutet den andern Tod und Verlust.

Verstehen

Wenn nur jemand Gleiches empfände,
dass ich mit ihm reden kann.
Wenn er sich bei mir befände,
sodass ich ihn spüren kann.

Manchmal, so denke ich,
brauchst du jemanden, der die zur Seite steht.
Jemand der auch innerlich
den Rest der Welt und dich versteht.

Die Frage ist nur, wann du ihn findest,
dass du nicht mehr einsam bist,
dass du nicht verschwindest,
in den Zweifeln, die dein Heime sind.

Ach, wenn nur jemand meine Tränen auffinge,
die ich seit Zeiten weine
und wenn ich den einen Sprung beginge,
ihm nachts im Traum erscheine.

Freitag, 1. Juni 2012

Feuerregen


Die Welt geht langsam unter,
die Sonne brennt blutrot.
Es zieht sie just hinunter,
ohne Leben ist sie tot.

Der Mond ist blass geworden,
wollt' doch ob der Geliebten morden.
Diese verglüht langsam hinterm Horizont,
ihr Schmerz ist ihm so unbekannt.

Nichts ist gekommen, wie es sollte.
Als er die Lebensuhr stoppte,
wusste er nicht,
dass der Mensch die Regeln des Lebens bricht.

Und nun weint die Sonne,
ihre Tränen ein Feuerregen.
Der Mond kann sie nicht zum Lachen bewegen.

Die Schwärze nimmt ihren Platz am Himmel ein,
verdeckt ihren einstmals hellen Schein.